All-inkl ist ein solider deutscher Webhoster für kleine WordPress-Projekte, aber für Schweizer Unternehmen mit Datenschutzbedenken nicht immer die erste Wahl. In diesem Artikel zeige ich, woran das liegt, was das Paket im Alltag leistet und wann ein Schweizer Anbieter wie Hostpoint oder Hosttech die bessere Option ist.
Was All-inkl im Grundpaket bietet
All-inkl bietet Shared Hosting, WordPress-Hosting, Managed-Server und Reseller-Pakete an. Für den typischen Schweizer KMU-Blog oder eine kleine Firmenwebsite reichen die kleinsten Tarife wie das Privat- oder Business-Paket. Darin enthalten sind meist unbegrenzte E-Mail-Konten, SSD-Speicher, SSL-Zertifikate und die Möglichkeit, mehrere Domains und Subdomains anzulegen.
Der Kundenbereich (KAS) von All-inkl wirkt aufgeräumt und vermittelt eine gewisse 2000er-Jahre-Stabilität. Wer ausschliesslich WordPress nutzt, findet ein kostenloses WordPress-Tool zur Ein-Klick-Installation. SSH-Zugang, PHP-Versionen bis zur aktuellen Version und ein Dateimanager gehören ebenfalls dazu.
Die genauen Preise variieren je nach Tarif und Vertragslaufzeit. Auf der All-inkl-Website finden sich die aktuellen Konditionen. Ich halte meine Vergleichszahlen in der Tabelle weiter unten ausdrücklich als "circa", weil sich Neukundenpreise und Rücklaufpreise unterscheiden.
Was Schweizer KMU beachten müssen
Der entscheidende Punkt für viele Schweizer Unternehmen ist der Serverstandort. All-inkl betreibt Datenzentren in Deutschland, nicht in der Schweiz. Für eine reine WordPress-Blogseite oder einen Online-Auftritt ohne personenbezogene Kundendaten spielt das oft keine grosse Rolle. Sobald Sie jedoch Kontaktformulare mit personenbezogenen Daten, Kunden-Logins oder Verkaufsdaten verarbeiten, wird die Datenübermittlung in Drittländer relevant.
Der revDSG verlangt von Schweizer Unternehmen eine angemessene Datenschutzniveau-Gewährleistung bei der Datenübermittlung ins Ausland. Im EU-Raum ist das durch das neue Datenschutz-Angemessenheitsbeschluss vom Juli 2023 geregelt. Das genügt in der Regel, macht aber keine Schweizer Serverlokation überflüssig. Wer mit sensiblen Kundendaten arbeitet und die Auftragsverarbeitung lokal halten will, bevorzugt oft einen Provider mit Servern in der Schweiz.
Sprachlich ist All-inkl für deutschsprachige Schweizer unproblematisch. Support und Vertragstexte sind auf Deutsch verfügbar. Die Telefon-Hotline ist aber eine deutsche Festnetznummer, was aus der Schweiz mit entsprechenden Kosten verbunden ist. Der Ticketing-Support ist meist der praktikablere Weg.
All-inkl im Praxistest
Ich habe All-inkl in verschiedenen Projekten getestet, zuletzt für einen einfachen WordPress-One-Pager ohne Shopfunktionalität. Die Installation war in wenigen Minuten erledigt. Die Ladezeit lag im akzeptablen Bereich, ohne dass All-inkl hier zu den schnellsten Shared-Hosting-Anbietern gehört. Für statische WordPress-Seiten mit geringem Traffic reicht das vollkommen aus.
Problematisch wird es, wenn mehrere Plugins gleichzeitig laufen oder WooCommerce im Spiel ist. Hier zeigt sich schnell die Limitierung des Shared-Hosting-Ansatzes: CPU-Zeit und Arbeitsspeicher sind begrenzt. Bei einem Kundenprojekt mit WooCommerce und mehreren Bestellungen pro Stunde hätte ich stattdessen auf ein Managed WordPress-Hosting oder einen Schweizer Provider mit mehr Ressourcen umgestellt.
Ein Pluspunkt ist die E-Mail-Verwaltung. Ich konnte E-Mail-Konten für mehrere Domain-Aliasse anlegen, ohne zusätzliche Kosten zu haben. Für kleine Unternehmen, die primär eine stabile Firmen-E-Mail und ein Grundgerüst für ihre Webseite brauchen, ist das attraktiv.
Meine Erfahrungen mit Vertrag und Support
Bei meinem Testprojekt habe ich einen Jahresvertrag abgeschlossen. Die Vertragslaufzeit ist typisch für günstige Shared-Hosting-Tarife: monatliche Zahlungsweise ist oft teurer als die jährliche Option, und der Zeitraum ist im Voraus festgelegt. Eine Kündigung ist meist mit einer Frist von wenigen Wochen zum Vertragsende möglich. Wer nur kurz testen will, sollte das genau prüfen, weil ein vorzeitiger Wechsel mit Restlaufzeit und Umzugskosten verbunden sein kann.
Der All-inkl Support hat in meinem Fall über das Ticketsystem innerhalb eines Werktags geantwortet. Die Antworten waren technisch korrekt und lösten mein Problem. Auf Nachfragen zu komplexen WordPress-Problemen wurde schnell auf das Wissensdatenbank-System verwiesen. Für Standardfragen reicht das aus, bei individuellen Serverkonfigurationen fehlt aber oft die Tiefe, die ein spezialisierter WordPress-Hoster bietet.
Aus der Schweiz heraus ist der deutsche Telefon-Support mit einem internationalen Anruf verbunden. In der Praxis empfehle ich Schweizer Kunden daher, vor allem auf E-Mail-Support und Ticket-Systeme zu setzen, oder gleich zu einem Anbieter mit Schweizer Hotline zu wechseln.
Was ich an Performance gemessen habe
Ich habe meine Test-Webseite mit Google PageSpeed Insights und einfachen Ladezeit-Tools geprüft. Das Ergebnis: Für eine standardmässige WordPress-Seite mit optimierten Bildern, Caching-Plugin und einem schlanken Theme lag der Largest Contentful Paint im akzeptablen Bereich. Er liege bei meinem Test im Bereich unter zweieinhalb Sekunden, ohne dass ich hier spezielle Optimierungen vorgenommen hätte. Die reale Ladezeit hängt aber stark von der Theme-Dateigrösse, der Bildoptimierung und der Anzahl aktiver Plugins ab.
Der Uptime-Verlauf über einen Zeitraum von mehreren Wochen war stabil. Gelegentliche kurze Ausfälle gehören beim günstigen Shared Hosting dazu. Für einfache Informations-Webseiten ist das tolerierbar. Wer jedoch Verkaufsseiten oder zeitkritische Landingpages betreibt, sollte einen Anbieter mit höherer Verfügbarkeitsgarantie prüfen.
Mein Fazit aus den Messungen: All-inkl liefert solide Standard-Performance für den Preis, gehört aber nicht zu den schnellsten oder verfügbarsten Hostern auf dem Markt. Wer Core Web Vitals als Priorität hat, wird mit einem optimierten Schweizer Managed-Hosting oder einem spezialisierten WordPress-Hoster besser bedient.
Stärken von All-inkl
Die grösste Stärke von All-inkl ist die Preistransparenz für Neukunden. Die Einstiegstarife gehören zu den günstigsten auf dem deutschen Markt, was für einfache WordPress-Seiten oder Landingpages ausreicht. Supportinterface, Vertragsbedingungen und Wissensdatenbank sind auf Deutsch verfügbar, was für viele Schweizer Einsteiger einfacher ist als ein englischsprachiger Konzernanbieter. Zusätzlich punktet All-inkl mit Flexibilität bei Subdomains und E-Mail-Aliassen - wer viele Testumgebungen betreibt, kann zusätzliche Domains ohne viel Aufwand einbinden.
Schwächen für Schweizer Nutzer
Die Schwächen zeigen sich bei Datenschutz, Serverstandort und Support-Erreichbarkeit aus der Schweiz. Kein Schweizer Serverstandort bedeutet, dass Sie die Datenübermittlung ins EU-Ausland in Ihre Datenschutzerklärung aufnehmen müssen. Das ist kein K.O.-Kriterium, aber ein zusätzlicher Verwaltungsaufwand.
Der telefonische Support ist aus der Schweiz mit Auslandstakten verbunden. In meinem Test reichte der Ticket-Support für normale Anfragen aus, dringende Probleme in der Nacht würde ich aber lieber telefonisch behandeln können.
Ein weiterer Nachteil ist die begrenzte Skalierbarkeit der kleineren Shared-Hosting-Tarife. Wer mit seinem Projekt wächst, muss früher oder später auf ein grösseres Paket oder einen anderen Anbieter wechseln. Das ist kein All-inkl-spezifisches Problem, aber es zeigt, dass All-inkl kein Langzeit-Enterprise-Hosting ist.
Alternativen aus der Schweiz

Wer ausdrücklich Schweizer Serverstandorte sucht, kann sich Hostpoint, Hosttech, Infomaniak oder Metanet ansehen. Diese Anbieter bieten Rechenzentren in der Schweiz an. Das entlastet beim Datenschutz und spart Auslandsgespräche beim Support.
Hostpoint ist ein bekannter Schweizer Anbieter mit einem breiten Produktportfolio vom Shared Hosting bis hin zu eigenen Servern. Ich habe Hostpoint für WordPress-Projekte genutzt, bei denen Kunden explizit einen Schweizer Standort wollten. Die Preise liegen über dem All-inkl-Niveau, entsprechen aber auch dem höheren Servicegrad.
Hosttech ist eine weitere Option, besonders für technisch versierte Nutzer, die mehr Konfigurationsmöglichkeiten wollen. Ich empfehle hier, vor dem Kauf den Support zu kontaktieren und gezielt nach Serverstandort und Auftragsverarbeitung zu fragen.
Vergleich: All-inkl, Hostpoint, Hosttech
| Kriterium | All-inkl | Hostpoint | Hosttech |
|---|---|---|---|
| Serverstandort | Deutschland | Schweiz | Schweiz |
| Preisniveau Einstieg | sehr günstig | mittel | mittel bis gehoben |
| WordPress geeignet | ja, kleine Projekte | ja | ja |
| Deutscher Support | ja | ja | ja |
| Schweizer Telefon-Hotline | nein | ja | ja |
| Datenschutz-Standortvorteil Schweiz | nein | ja | ja |
| Für KMU geeignet | eingeschränkt | ja | ja |
Die Tabelle zeigt: All-inkl punktet beim Preis, verliert aber bei den Schweizer Spezialanforderungen. Die Entscheidung hängt also davon ab, ob Datenschutzstandort und Schweizer Support für Ihr Projekt zwingend sind.
Für wen sich All-inkl lohnt
All-inkl lohnt sich für Preisbewusste, die eine einfache Webseite, einen Blog oder eine Landingpage mit geringem Traffic betreiben wollen. Hobby-Projekte, kleine Vereinsseiten und Ein-Personen-Unternehmen ohne sensible Kundendaten finden hier ein ausreichendes Paket. Für Schweizer KMU mit Kundendaten, Webshop-Ambitionen oder Compliance-Anforderungen ist All-inkl weniger geeignet. Hier zahlt sich ein Schweizer Anbieter mit lokalem Datenschutz und erreichbarem Support aus, auch wenn die Kosten höher ausfallen. Bei einem aktuellen Projekt habe ich deshalb für einen Handwerksbetrieb in Luzern All-inkl ausgeschlossen und einen Schweizer Shared-Hosting-Tarif empfohlen. Der Kunde wollte ein Kontaktformular für Anfragen, Kundendokumente per Upload-Funktion und klare Datenschutzhinweise. Ein Schweizer Serverstandort machte hier die Kommunikation mit potenziellen Kunden einfacher.
Meine Empfehlung
All-inkl ist ein solider, günstiger deutscher Webhoster, der für einfache WordPress-Projekte ausreicht. Aus Schweizer Sicht fehlen aber der lokale Datenschutzstandort und eine kostengünstige Hotline. Wer Kundendaten verarbeitet oder langfristig wachsen will, sollte einen Schweizer Anbieter in Betracht ziehen. Der entscheidende Schritt vor dem Kauf ist ein ehrlicher Vergleich Ihrer eigenen Anforderungen. Schreiben Sie auf, welche Daten Sie verarbeiten, wie viel Traffic Sie erwarten und wie wichtig Ihnen ein Schweizer Support-Kontakt ist. Danach wird die Wahl zwischen All-inkl und einem Schweizer Konkurrenten deutlich einfacher. Eine knappe Checkliste am Ende hilft, den passenden Hoster auszuwählen.
Dieser Artikel enthält Affiliate-Links zu All-inkl. Ich erhalte eine Provision, wenn Sie über einen meiner Links einen Vertrag abschliessen. Für Sie entstehen keine zusätzlichen Kosten. Meine Einschätzung basiert auf eigenen Tests und ist unabhängig.
Backup, SSL und Sicherheit
All-inkl liefert SSL-Zertifikate über Let's Encrypt kostenlos mit und aktiviert sie im KAS mit wenigen Klicks. Für eine einfache Firmenwebsite oder einen Blog reicht das vollkommen aus. Wer erweiterte Wildcard-Zertifikate oder erweiterte Validierung benötigt, muss diese separat buchen.
Backups werden bei All-inkl täglich auf Serverebene erstellt. Der Zugriff über den KAS ist möglich, die Wiederherstellung einzelner Dateien oder Datenbanken erfordert aber etwas Geduld. Für WordPress-Projekte empfehle ich zusätzlich ein eigenes Backup-Plugin, das Backups auf externen Speicher auslagert. Das schützt vor Bedienerfehlern und erleichtert Migrationen.
Checkliste: Den richtigen Webhoster auswählen
Bevor Sie einen Vertrag abschliessen, sollten Sie diese Punkte geprüft haben: Verarbeiten Sie personenbezogene Daten in Kontaktformularen oder Member-Bereichen? Benötigen Sie WooCommerce, WPML oder andere ressourcenintensive Plugins? Erwarten Sie regelmässigen telefonischen Support in deutscher Schweizer Sprache? Ist die Vertragslaufzeit und Kündigungsfrist für Ihre Planung transparent? Welche Backup- und Restore-Optionen sind im Preis enthalten? Möchten Sie Serverstandort und Auftragsverarbeitung in der Schweiz halten?
Wenn mindestens drei dieser Fragen mit "ja" beantwortet werden, lohnt sich die Prüfung eines Schweizer Hosters. Bei reinen Hobby- oder Informationsprojekten ohne Kundendaten ist All-inkl weiterhin eine sparsame und funktionale Wahl.
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Antworten auf häufige Fragen zu All-inkl und Schweizer Webhosting
All-inkl ist für Schweizer Unternehmen begrenzt geeignet
Bei einfachen Webauftritten ohne sensible Kundendaten funktioniert All-inkl gut. Sobald Datenschutzstandort und Schweizer Support zentral werden, sind Hostpoint, Hosttech oder Infomaniak meist die bessere Wahl.
Serverstandort Deutschland statt Schweiz
All-inkl betreibt seine Datenzentren in Deutschland. Das genügt dem EU-Datenschutzniveau, ersetzt aber keinen Schweizer Serverstandort. Die genauen Standorte sind auf der All-inkl-Webseite dokumentiert.
Geschwindigkeit reicht für kleine WordPress-Projekte
Für statische Webseiten und kleine WordPress-Seiten ist All-inkl ausreichend schnell. Bei Shops oder starkem Traffic zeigen Shared-Hosting-Tarife allerdings schnell Grenzen.
Preisniveau im unteren Segment
All-inkl gehört zu den günstigsten deutschen Hostern. Schweizer Anbieter kosten im Einstieg mehr, bieten dafür aber mehr Service und Schweizer Serverstandort.
Schweizer Webhoster für Geschäftsprojekte
Für private Projekte reicht oft ein günstiger deutscher Anbieter aus. Sobald Geschäftsdaten, Kundenkontakte oder Bezahlfunktionen im Spiel sind, zahlt sich ein Schweizer Anbieter durch einfacheren Datenschutz und Support aus.
Webhosting-Umzug in sechs Schritten
Planen Sie den Umzug ausserhalb der Geschäftszeiten, sichern Sie Datenbank und Dateien vorab und testen Sie die neue Umgebung mit einer Staging-URL. Achten Sie darauf, dass E-Mail-Konten rechtzeitig migriert werden, damit keine Nachrichten verloren gehen. Wechseln Sie erst dann das DNS, wenn die neue Seite fehlerfrei läuft.
Experten-Tipp aus der Praxis: Bei Schweizer Geschäftsprojekten prüfe vor Vertragsabschluss, ob der Hoster eine Server-Location in der Schweiz oder EU-DACH-Region anbietet und wie der deutschsprachige Support erreichbar ist. Das erspart später Datenschutz- und Performance-Probleme.
Christopher Matt, Matt Interfaces Luzern
Zuletzt aktualisiert am 8. September 2026. Verantwortlich: Christopher Matt.




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